Im Rahmen der diesjährigen Sommertour des Bundesverbands machte die Vorsitzende des AWO-Präsidiums, Kathrin Sonnenholzner, gemeinsam mit Alexander Friedrich, Leiter des Europabüros des Bundesverbands in Brüssel, Station in Landsberg am Lech. Auf dem Programm standen Besuche im Seniorenzentrum Bürgerstift Landsberg, in der Sozialtherapeutischen Einrichtung und dem von ihr geführten Café Freiraum sowie im Mehrgenerationenhaus.
Ein zentrales Anliegen der Sommertour ist es, sichtbar zu machen, welche für unsere Gesellschaft unverzichtbaren sozialen Angebote durch geplante Kürzungen in der Sozialpolitik gefährdet sind oder langfristig wegfallen könnten. Besonders betroffen wären Projekte, die auf Fördermittel angewiesen sind.
Einblicke in die Arbeit vor Ort
Cornelia Emili, Vorstandsvorsitzende des Bezirksverbands Oberbayern, begrüßte die Gäste herzlich und betonte, dass Landsberg mit seinem umfassenden sozialen Angebot ein idealer Standort für die Sommertour sei.
Im Gespräch stellte Tanja Hipp, Einrichtungsleitung des Seniorenzentrums Bürgerstift Landsberg, die Einrichtung vor und berichtete von einem starken Netzwerk in der Stadt. Unter dem Motto „Wir holen die Stadt ins Haus" werden den Bewohner*innen vielfältige Angebote ermöglicht, etwa Museums- oder Friseurbesuche in der Einrichtung.
Auch Margit Däubler, Vorsitzende des Kreisverbands Landsberg, betonte den wertvollen Austausch mit den Institutionen vor Ort, welcher die vielen Ehrenamtsprojekte ermöglicht, wie beispielsweise ein Schülerprojekt mit dem ansässigen Gymnasium.
Foto v.l.n.r.: Margit Däubler (Vorsitzende des Kreisverbands Landsberg), Betina Ahmadyar (Leitung des Mehrgenerationenhauses), Tanja Hipp (Leitung des Seniorenzentrums Bürgerstift Landsberg), Kathrin Sonnenholzner (Vorsitzende des AWO-Präsidiums) und Cornelia Emili (Vorstandsvorsitzende des Bezirksverbands Oberbayern) © Bezirksverband Oberbayern
Im Anschluss stellte die ehrenamtliche Mitarbeiterin Anke Wilk (Foto Mitte) das Antiquariat „Hören&Lesen“ vor, das auch Partner der Stiftung Lesen ist. Als Beschäftigungs- und Zuverdienstprojekt der Sozialtherapeutischen Einrichtung (STE), bietet es Klient*innen eine verlässliche Tagesstruktur. Bei einem Rundgang durch einen Teil der Räumlichkeiten der STE hob Einrichtungsleiter Florian Zehentmaier (Foto rechts) die große Bedeutung von Einrichtungen wie dieser hervor, die dafür Sorge tragen, dass Menschen nicht durch bestehende Versorgungslücken fallen.
Für ein gemeinsames Mittagessen und einen lockeren Austausch mit weiteren (ehrenamtlichen) Mitarbeiter*innen und Gästen aus der Politik ging es danach in das von der STE geführte Café Freiraum (Foto) – für Kathrin Sonnenholzner und Alexander Friedrich mit Fahrer Lothar Beier und der Senioren-Rikscha, einem Projekt des Mehrgenerationenhauses.
Die letzte Station führte in den Kratzertreff in den Räumlichkeiten des Mehrgenerationenhauses (MGH). Einrichtungsleitung Betina Ahmadyar und Anke Wilk stellten dort die Arbeit, Partner*innen und die Finanzierung des MGH vor. Derzeit werden knapp 30 Projekte von rund 150 Ehrenamtlichen umgesetzt. Mit insgesamt 36.000 geleisteten Ehrenamtsstunden pro Jahr wurde die enorme gesellschaftliche Bedeutung dieses Engagements deutlich.
Ehrenamtsprojekte im Fokus
Stellvertretend für viele Engagierte präsentierten einige Ehrenamtliche ihre Projekte. Christa Jordan, Kommunikationstrainerin für das MGH, berichtete von der Ehrenamtsausbildung. Das Angebot richtet sich an Menschen der Generation 50plus, um diese zu motivieren, Vorstellungen für das eigene ehrenamtliche Engagement zu entwickeln, bestehende Initiativen zu unterstützen oder eigene Ideen zu realisieren.
Irmgard Scheibenbogen, die sich seit Jahren im MGH-Mentorenprojekt „Alt hilft Jung“ engagiert, stellte das Projekt Lesepaten vor. Mittlerweile unterstützen dabei etwa 60 Senior*innen kleine Leseanfänger an 16 Schulen in der Region. Fritz Scherer präsentierte das Projekt Digital Mobil im Alter. Im Rahmen verschiedener Angebote können sich Senior*innen einen Überblick zum Thema Smartphone, Tablet und Internet verschaffen, Kenntnisse vertiefen und sich Rat und Tat bei ehrenamtlichen IT-Expert*innen holen.
Foto: Vorstellung ehrenamtlicher Projekte im “Kratzertreff” in den Räumlichkeiten des Mehrgenerationenhauses © Bezirksverband Oberbayern
Beeindruckendes Engagement
Zum Abschluss des ereignisreichen Tages zeigte sich Kathrin Sonnenholzner beeindruckt von der Vielfalt und Tiefe der Projekte sowie dem großen Engagement der Ehrenamtlichen. Cornelia Emili betonte die zentrale Bedeutung des Ehrenamts für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft der Demokratie.
Die Gespräche in Landsberg am Lech machten einmal mehr deutlich: Soziale Infrastruktur entsteht nicht von selbst. Sie lebt vom Engagement haupt- und ehrenamtlicher Kräfte sowie von verlässlichen finanziellen Rahmenbedingungen. Wer hier spart, riskiert den Verlust wichtiger Unterstützungsangebote für Menschen aller Generationen.
Ein herzlicher Dank gilt allen Haupt- und Ehrenamtlichen für ihre Offenheit, ihr Engagement und die wertvollen Einblicke in ihre Arbeit. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für starke soziale Strukturen vor Ort und bundesweit.
Foto v.l.n.r.: Cornelia Emili (Vorstandsvorsitzende des Bezirksverband Oberbayern), Alexander Friedrich (Leiter des Europabüros des Bundesverbands) und Kathrin Sonnenholzner (Vorsitzende des AWO-Präsidiums) © Bezirksverband Oberbayern
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